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NEUE BRIEFE

Reflektiere deine Gruppenstunde! – Ideen zur Reflexion

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LV Hessen-Schau

Wir sind die Redaktion der LV Hessen-Schau,
der Landeszeitschrift des LV Hessen.

Gruppenstunden zu reflektieren gehört als Gruppenleitung dazu, um das Programm zu optimieren und auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gruppe reagieren zu können. Hilfreich ist es auch, mit den Gruppenteilnehmern zu reflektieren. Aufgrund des Alters der Gruppe und der Zeit am Ende einer Gruppenstunde ist es wichtig Methoden zu wählen, die den Umständen entsprechend passen: kurz und prägnant.

Die Klassiker der schnellen Reflexion dürften den meisten wohl bekannt sein, genannt seien hier: Blitzlicht und 5-Finger-Reflexion. Ja-Nein-Fragen stellen und die Gruppe kann sich im Raum positionieren. Ich möchte euch hier gerne ein paar weitere Möglichkeiten vorstellen, um für ein wenig Abwechslung bei der Reflexion am Ende der Gruppenstunde zu sorgen.

1. Trumpfreflexion

Hier wird die Gruppenstunde anhand der Bildkarten eines handelsüblichen Skatblattes reflektiert.
Ass: Der höchste Trumpf! Was war dein Highlight?
König: Der Monarch! Das ist beim nächsten Mal zu beachten/ Das muss verändert werden!
Dame: Die Schöne! Was war das Glanzstück, was hat dir besonders gefallen?
Bube: Der Arbeiter! Das war anstrengend und/oder hat Verbesserungspotential!
Joker: Damit habe ich nicht gerechnet! Das wollte ich noch los werden!

2. Hashtagreflexion

Die Teilnehmenden sollen den Tag/die Einheit/die Gruppenstunde in maximal 140 Zeichen reflektieren und können zur besseren Einordnung des eigenen Kommentars sogenannte Hashtags (Kategorien) benennen.

Beispiel:
Mein T-Shirt ist jetzt grün, #Batiken geht ab #yolo
oder
Mein T-Shirt ist jetzt grün und mein Arm ausgerengt, Britishbulldog ist #scheiße!!!

3. Stunde, Minute, Sekunde

Diese Reflexionsmethode basiert auf Zeitabständen als Kategorisierung.
Stunde: Das war mein Gesamteindruck vom Tag.
Minute: Das muss genauer geplant/verbessert werden.
Sekunde: Das war mein Lichtblick/Highlight des Tages.

4. Streichholzreflexion

Jeder im Kreis bekommt ein Streichholz. Die erste Person zündet ihr Streichholz an und hat Zeit zu reflektieren bis das Streichholz abgebrannt ist. Danach gibt sie die Streichholzpackung weiter.

Achtung: Könnte heiß werden, nichts für Leute mit hohem Redebedürfnis!

5. Thronfolge

Hier wird die Gruppenstunde hierarchisch anhand einer gängigen Thronfolge einer klassischen Monarchie reflektiert.
König: Das war königlich! Mein Highlight.
Prinzessin: Das war ein Schmuckstück!
Fürst: Das war schön; das war fürstlich.
Ritter: Das war ein hartes Stück Arbeit; das sollte verbessert werden.
Bauer: In einer Hierarchie fällt Scheiße (Arbeit) immer von oben nach unten: Also was war totaler Mist?

Alle bisher genannten Reflexionsmethoden bezogen sich meist auf: Was ist passiert? War das gut oder nicht? Also auf das Geschehen an sich. Sie sind in der Regel nicht selbstreflexiv oder werden von den Teilnehmenden nicht so war genommen. Also zum Beispiel: Wie ging es mir mit dem, was wir gemacht haben? Wie habe ich mich gefühlt? Was ist mir wichtig für die nächste Gruppenstunde/den nächsten Tag?

Eine selbstreflexive Auswertung der Gruppenstunde bringt eine wesentlich klarere Formulierung der Teilnehmenden mit sich und lässt meist leichter Rückschlüsse auf die Verbesserung des Programms zu. Die Gruppenleitungen können besser auf die Gefühlslagen aller Teilnehmenden eingehen und das Programm anpassen. Gerade das ist ja wichtig, da unser Programm nicht nur unbedingt möglichst gut geplant sein soll, sondern auch zur Gruppe passen muss.

Ein Beitrag von Jonathan (Stamm Graue Bären). Erstmals erschienen in der LV-Hessen-Schau 16/1.

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