BdP_2019-05-26_D5_09547
Bund

Zeitzeug*innen gesucht

,
Guschtl
Stamm Nibelgau, Welzheim
LV Baden-Württemberg

Als Bundesvorstand des BdP wenden wir uns heute mit einem ernsten Anliegen an unsere Mitglieder, Eltern, Ehemalige und Freund*innen unseres Verbandes sowie an die Öffentlichkeit. Wir bitten euch alle um Kenntnisnahme und Weitergabe der folgenden Informationen an Menschen aus dem Umfeld (in Gegenwart und Vergangenheit) der Pfadfinder*innenarbeit des BdP.

Im vergangenen Jahr haben Missbrauchsfälle bei den Boy Scouts of America auch in den deutschen Medien Beachtung gefunden – aber auch bei uns im BdP wurde weggesehen, zu lange geschwiegen, Betroffenenleid nicht oder nicht angemessen anerkannt, nicht geglaubt. Das ist ein nicht akzeptabler Umstand. Daran möchten wir etwas ändern.
Bereits seit 2005 gibt es im BdP eine intensive und inzwischen fest in den Strukturen des Bundes verankerte Präventionsarbeit, der Arbeitskreis intakt stellt mit seinen Kontaktpersonen ein flächendeckendes Netzwerk von Vertrauenspersonen, entsprechende Informationen und Kontaktmöglichkeiten für unsere Mitglieder zur Verfügung. Das Schutzkonzept sieht neben der Prävention sexualisierter Gewalt auch eine strukturierte Intervention in Verdachtsfällen vor. Gute Prävention bedeutet auch, dass wir verstehen, was in der Vergangenheit passiert ist und dass vergangene Versäumnisse reflektiert werden. Deshalb hat die Bundesversammlung des BdP im Jahr 2016 beschlossen, die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Verband in den Jahren zwischen 1976 und 2006 zu beginnen und dafür ein externes Forschungsinstitut zu beauftragen.

Das wissenschaftliche Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München hat im Mai dieses Jahres offiziell mit der Untersuchung und unabhängigen Aufarbeitung dessen begonnen, was unter dem Dach unseres Bundes in dieser Hinsicht passiert ist. Das IPP hat sich insbesondere mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an der Odenwaldschule einen Namen gemacht.

An diesem Punkt bitten wir heute um Unterstützung.

Wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen, aber wir können unseren Blick auf den BdP um die Sicht der Zeitzeug*innen und Betroffenen ergänzen sowie uns der Verantwortung stellen. Wir wollen aus möglichen Fehlern lernen, um Pfadfinden in Zukunft noch sicherer zu machen und Täter*innen keinen Raum zu bieten. Deshalb stoßen wir diese Aufarbeitung an.

Für dieses Vorhaben sind wir auf die Mithilfe der Betroffenen und Zeitzeug*innen angewiesen. Wir hoffen, dass Menschen den Mut und die Kraft aufbringen mit ihrer Geschichte zur Aufarbeitung beizutragen. Daher bitten wir den Aufruf des IPP zu lesen und sich zu melden, wenn du selbst in irgendeiner Form betroffen bist oder als Zeitzeug*in Einblicke in die Zeit zwischen 1976 und 2006 geben kannst.

Aufruf IPP: Zeitzeug*innen gesucht

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter www.pfadfinden.de/kinderschutz/aufarbeitung/.

Vielen Dank!
Mit besten Grüßen und Gut Pfad
Maria, Guschtl, Ann-Katrin und Flipper

 

Foto: Paavo Blofield

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