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NEUE BRIEFE

Wachsen in Sachsen: Im Osten viel Neues

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Seit drei Jahren hat sich der Landesverband Sachsen das Thema Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Die Neue Briefe Redaktion hat Kürbiss, die LB Stämme und Wachstum, gefragt, wie sich das Projekt Wachsen in Sachsen im letzten Jahr entwickelt hat.

Wie war das letzte Jahr im LV Sachsen?

Also beim Thema Wachstum lasse ich jetzt einfach mal Zahlen sprechen: Wir sind in den letzten zwölf Monaten nochmal um knapp 20 % gewachsen und damit innerhalb von zwei Jahren um 50 %. Richtig krass also. Aber die Zahlen allein machen ja nicht unseren Landesverband und den neuen Wind aus, der das alles erst möglich macht. Natürlich „müssen“ wir rein zahlenmäßig weiter wachsen, um bestimmte Herausforderungen meistern zu können – Stichwort Doppelbelastungen oder eigene Kurse. Deshalb bewegen wir uns gerade in vielen Bereichen. Das ist wichtig, damit Wachstum nachhaltig Früchte tragen kann und dabei eine gute Atmosphäre herrscht.

Wie habt ihr das gemacht?

Zuerst mal hat der ganze Landesverband richtig Bock auf Veränderung und neue Horizonte. Dafür geben alle gemeinsam ihr Bestes. Dann nehmen sich die Landesleitung und der Landesvorstand nun mindestens einmal im Jahr Zeit für die Analyse ihrer Arbeit und zur Entwicklung motivierender Ziele, für die wir hart arbeiten. Außerdem haben wir die Landesarbeit auf viel mehr Schultern verteilt als früher, neue Treffen eingeführt und Arbeitskreise gegründet, in denen die wichtigen Verantwortungsträgerinnen und -träger gemeinsam am Erreichen unserer Ziele werkeln.

Kannst du mal ein paar konkrete Beispiele geben?

Klar. Beispiel Wölflingsstufe: Vor zwei Jahren haben wir festgestellt, dass es im ganzen LV Sachsen keine zwanzig Wölflinge gab. Also haben wir die Wölflingsstufe konsequent gepusht. Allein der Stamm LEO hat inzwischen 40 Wölflinge in zwei Meuten, die von ordentlich besetzten Teams geführt werden. Die anderen Stämme verfolgen ähnliche Ziele – und werden diese auch erreichen. Am diesjährigen Landeswölflingswochenende haben rund 50 Wölflinge teilgenommen. Manche LVs meinen vielleicht, das ist Pillepalle. Für uns heißt das aber, dass wir die Teilnehmendenzahl im Vergleich zum Vorjahr verdreifachen konnten. Und ich könnte noch wesentlich mehr Beispiele nennen.

Was hat sich im LV noch getan?

Wie viel Papier steht denn zur Verfügung?! Wir haben zum Beispiel erstmals nach zehn Jahren wieder einen neuen Stamm aufgebaut. Vor anderthalb Jahren hat sich die AG der Jötnar in Oschatz gegründet, die inzwischen mit 35 Mitgliedern und drei funktionierenden Stufen voll im Landesverband angekommen ist. Außerdem sind wir insgesamt viel verbindlicher, organisierter und zielstrebiger geworden. Das liegt zum einen daran, dass wir einen sehr motivierten Landesvorstand ohne Doppelbelastung haben. Zum anderen daran, dass wir auch strukturell umgebaut haben.

Nämlich?

Wir haben das Sächsische Gipfeltreffen, kurz SGT, eingeführt. Da kommen zweimal im Jahr alle sächsischen Stammes- und Stufenführungen mit der Landesleitung zusammen, um gemeinsam zu arbeiten, zu planen, zu lernen und Spaß zu haben. Dadurch sind die wichtigen Menschen im LV nicht nur vernetzt, sondern auch an allen wichtigen Prozessen und Entscheidungen beteiligt.

Gab es weitere Highlights?

Aber Hallo! Im Sommer waren wir mit siebzig Pfadfinderinnen und Pfadfindern für drei Wochen in Georgien. Neben einer sehr gelungenen internationalen Begegnung mit den georgischen Pfadfindern haben wir in zehn Fahrtengruppen zwölf Tage lang Land, Leute und Natur auf dem asiatischen Kontinent erfahren. Hammer!

Läuft bei euch also einfach alles super oder gibt es da auch mal Rückschläge?

Es ist ja kein Geheimnis, dass wir für das Projekt „Wachsen in Sachsen“ zwei hauptamtliche Stellen geplant hatten. Wir sind im April mit großer Motivation gestartet. Leider sind uns die mündlich zugesagten Gelder dann doch nicht bewilligt worden, sodass wir nach drei Monaten die Reißleine ziehen mussten. Von diesem Rückschlag mussten wir uns erst mal erholen und ganz ehrlich, das war nicht so einfach. Wir haben hier bei allen positiven Veränderungen immer noch eine sehr dünne Personaldecke. Daher ist es auch schwer für uns, alternative Geldgeber zu finden. Wir geben alle viel, stoßen als Ehrenamtler aber einfach an unsere Grenzen.

Gibt es denn nennenswerte Ergebnisse aus den drei Monaten mit Hauptamtlichen?

Die gibt es allerdings. Wir haben wichtige Erfahrungen gesammelt, wie man die Arbeit miteinander organisieren kann. Vor allem aber haben wir in Chemnitz und Lommatzsch tolle, gründungswillige Menschen gefunden. Diese wollen ab dem kommenden Frühjahr mit der Gruppenarbeit beginnen. Die Betreuung findet nun ehrenamtlich statt und ja, wir kriegen das hin. Es wäre dennoch für alle viel leichter, wenn wir die Stellen hätten. Und ich bin sicher, dass wir dann auch schon an anderen Standorten den Fuß in der Tür hätten.

Wie kann man euch unterstützen?

Tatsächlich kann man uns sehr gut mit Geldspenden unterstützen. Das klingt vielleicht platt, ist aber so. Wir brauchen diese Stellen und wollen nicht aufgeben. Vor Weihnachten werden wir nun eine große crowdfunding- Aktion anleiern. Alles dazu und zu unserem Wachstumsprojekt findet man auf der Homepage wachseninsachsen.de.

Und euer Ausblick für 2019?

Das mit den Stellen soll endlich klappen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass in Sachsen auch ehrenamtlich wahnsinnig viel passiert. Wir werden also den eingeschlagenen Weg weitergehen. Nun bringen wir 2019 erstmal ein MEGA-Landespfingstlager an den Start und feiern 25 Jahre Landesverband Sachsen. Unser ganz großes Ziel ist es, in unserem Jubiläumsjahr erstmals mit zwei Delegierten zur Bundesversammlung zu fahren. Das wäre wirklich ein Grund zum Feiern!

 

Foto: Simon Vollmeyer

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