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Internationales für die Gruppenstunde: R/R-Stufe

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Internationale Arbeit in der R/R-Stufe beschränkt sich nicht nur darauf, weltweite Angebote für Pfadis kennen zu lernen, sondern beinhaltet auch, sich mit Vorurteilen, Globalisierung oder fairem Handel(n) und interkulturellem Lernen auseinanderzusetzen, z.B. über eine Diskussion zu den Themen harter und sanfter Tourismus, Fahrt und Menschenrechte.

„Nichts gesehen, nichts gehört“ – Tourismus und Menschenrechte
90 – 120 Min.

 „Der Tourismus soll beitragen zur internationalen Verständigung, zum Frieden, zum Wohlstand, zur allgemeinen Achtung und Wahrung der Menschenrechte.“ (aus dem Statut der Welttourismusorganisation)

„Die Diskussion um Länder, deren Regierungen die Menschenrechte verletzen, ist nicht neu. Die Tourismusunternehmen erklären sich als nicht zuständig für Menschenrechtsfragen. Die gelegentlich geäußerte Forderung nach einem Tourismusboykott gegenüber den einzelnen Ländern verhallt ungehört im Reisestrom. Meist werden Diskussionen um einen Boykott mit dem Einwand erstickt, die Menschenrechte würden fast in jedem Land verletzt. So reisen alle, wohin das Gewissen sie trägt. Kritische Anmerkungen zum Zusammenhang von Tourismus und Menschenrechten werden als Bedrohung oder Provokation empfunden. So scheinen zwei Menschenrechte im Widerspruch zueinander zu geraten: Das Recht auf Reisen und das Recht auf Heimat und selbstbestimmte Entwicklung.“ (M. Maurer: Nichts gesehen, nichts gehört, in: Blätter des iz3w, Nr. 179, 1992)

Schaut in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte rein und entwickelt eine These: Welche Menschenrechte müssen in einem Land unbedingt gewährleistet sein, damit es als Reiseziel in Frage kommt?

Tourist sein oder Gast sein?

Darüber, was „alternativer“ oder „sanfter“ Tourismus ist, scheiden sich die Meinungen. Als der Begriff Ende der 1970er-Jahre aufkam, wurde die gewünschte touristische Entwicklung auch als „von, mit und für Einheimische“ beschrieben. Womit ein zentraler Punkt angesprochen wäre: Sanfter Tourismus fußt auf demokratischem Konsens und dem Einbezug aller Betroffenen und ist in ein regionales Entwicklungskonzept eingebettet.

In Bezug auf das Verhalten der Touristen wurden sanfter und harter Tourismus folgendermaßen von Robert Jungk (Journalist) kategorisiert:

Hartes Reisen:

Massentourismus – wenig Zeit – schnelle Verkehrsmittel – festes Programm – außengelenkt – importierter Lebensstil – „Sehenswürdigkeiten“ – bequem und passiv – wenig oder keine geistige Vorbereitung auf das Besuchsland – keine Fremdsprache – Überlegenheitsgefühl – Einkaufen = „Shopping“ – Souvenirs – Fotos „knipsen“ und Ansichtskarten – Neugier – laut

Sanftes Reisen:

Einzel-, Familien- und Freundesreisen – viel Zeit – angemessene Verkehrsmittel – spontane Entscheidungen – innengelenkt – landesüblicher Lebensstil – Erlebnisse – anstrengend und aktiv – vorhergehende Beschäftigung mit dem Besuchsland – Sprachen lernen – Geschenke bringen – Erinnerungen, Aufzeichnungen, neue Erkenntnisse – fotografieren, zeichnen, malen – Taktgefühl – leise

Auf vorbereiteten Kärtchen können diese Begriffe durch die Gruppe den Oberthemen zugeordnet und anschließend mit der Auflistung von Jungk verglichen werden.

Wie ordnest du deinen letzten Privaturlaub ein? – Wozu passen deine Stammesgroßfahrten? In der Mitte? – Was trifft bei Stammesgroßfahrten genau auf „hart“ oder „sanft“ zu? – Wo könnte man bei der nächsten Auslandsfahrt noch Dinge ändern und verbessern?

[Eine Ergänzung der internationalen Seiten der pfade 01/2017.]
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