buntes pfadfinden breit
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Langeweile zum Jahresanfang? – kritisch pfadfinden hilft!

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Stamm Armer Konrad Schorndorf,
LV Baden-Württemberg

Der Jahresanfang ist ja üblicherweise eine eher ruhige Zeit bei den Pfadis; für Zeltlager ist es zu kalt, und bis auf die Stammesvollversammlung ist bei den meisten wirklich nicht viel los. Wir dachten uns: Die perfekte Zeit, um mal wieder mit Pfadis aus allen Bünden ins Gespräch zu kommen!

Wie auch schon in den letzten Workshopreihen wollen wir uns mit Themen beschäftigen, die uns zwar alle betreffen, aber im Alltagsstess der Pfadfinderei oft einfach zu kurz kommen. Denn nur wenn wir darüber reden, können unsere Bünde besser werden. Mit dieser Motivation hat sich jetzt schon zum dritten Mal eine Gruppe motivierter Pfadis sowohl aus dem BdP, insbesondere dem AK politische Bildung, als auch aus anderen Bünden gefunden, um eine online-Workshopreihe durchzuführen. Also lies einfach mal weiter und schau, ob dich nicht ein paar der Themen brennend interessieren:

10.01. Pfadfindergründer Lord Robert Baden-Powell: Kolonialverbrecher? Völkerverständiger? Friedensstifter? 

Von Robert Baden-Powell hat wahrscheinlich jede*r Pfadfinder*in schon mal gehört. Er kommt aus England, war zwischendurch beim Militär in Afrika und hat dann die Pfadfinder gegründet. Eine weltweite Jugendbewegung, die auch die internationale Vernetzung und den Austausch junger Menschen fördern sollte, und bis heute fördert.
Darüber, was er genau beim Militär gemacht hat und in welche kolonialen Kämpfe er verwickelt war, und welche Techniken und Symbole er aus dem Militär in die Jugendbewegung mitgenommen hat, sprechen wir hingegen weniger. Doch um uns dazu, auch in aktuellen Diskussionen über Rassismus und Kolonialismus zu positionieren, individuell und als Pfadfinder*innenbewegung, müssen wir uns damit auseinandersetzen.
Ziel des Workshops ist es, uns die verschiedenen Lebensabschnitte B.P.s näher anzuschauen und miteinander ins Gespräch dazu zu kommen, wie wir diese bewerten und was es für uns bedeutet.
Vorwissen wird für die Teilnahme nicht benötigt, nur die Bereitschaft, im Workshop auch kurze Texte zu lesen.
Inhaltshinweis: Im Workshop wird rassistische und koloniale Gewalt thematisiert werden.

 

24.01. Sind wir uns zu ähnlich?

Wenn ich mich auf Lagern, Fahrten oder anderen Pfadiaktionen umschaue, sehe ich sehr viele Menschen, die sich sehr ähnlich sehen – irgendwie halt so der weiße Mittelklasse-Look. Und auch wenn wir uns dann unterhalten, stellt sich heraus: die meisten haben Abi, sind christlich oder atheistisch aufgewachsen, die meisten studieren, die meisten hatten in ihrer Kindheit immer genug Geld – sonst wären 200€ für ein Sommerlager ja auch schwierig.

Aber ist nicht eigentlich unser Anspruch, eine Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen zu sein? Und warum klappt das so schlecht?

Wenn dich diese Frage auch umtreibt, oder du im Gegenteil der Meinung bist, dass wir doch eigentlich ziemlich divers sind, komm vorbei! Wir wollen mit dir darüber diskutieren – egal, ob du den Begriff “Milieu” noch nie gehört hast oder in deiner Freizeit gerne Marx liest.

 

07.02. Trans* bei den Pfadfinder*innen: wie können wir auf Verbandsebene inklusiver werden (MV, Ausbildung, etc.)?

Als Pfadfinder*innen wollen wir in unseren Verbänden jungen Menschen einen Raum zur möglichst freien Selbstentfaltung bieten – auch, wenn es um geschlechtliche Identität geht. Doch im Moment sind trans* Pfadis oft noch mit massiven Hürden konfrontiert: Nicht nur sind Gruppenleiter*innen und Stammesführungen schnell überfordert, wenn sich andere Pfadis als trans* outen. Selbst, wer in der eigenen Gruppe und im Stamm akzeptiert wird, hat noch mit vielen Hindernissen auf struktureller Ebene zu kämpfen – schon mal versucht, in der digitalen Mitgliederverwaltung einen Vornamen zu verändern?
Wir finden, da könnte nachgebessert werden – und wir wollen mit euch gemeinsam darüber nachdenken, wie das gut funktionieren kann! Habt ihr Lust, die Pfadis zu einem inklusiveren Ort zu machen? Schaut vorbei!

Anspruch: 3/5

 

28.02. Wer hat, dem wird gegeben – Wie können wir Ehrenämter besser aufteilen und uns damit schonen?

Wenn wir nur ein bisschen mehr Zeit hätten…hätten wir die pädagogisch wertvollsten Programme, die besten Lagerbauten, die interessantesten Bildungsangebote und überhaupt alles. Irgendwie bleibt dann aber doch alles an einigen wenigen Leuten hängen. Und die sind irgendwann komplett ausgelaugt von dem Versuch, fünf Projekte unter einen Hut zu bekommen (und nebenher noch Arbeit/Ausbildung/Studium zu meistern).

Warum ist das so – und können wir das ändern? Wie kann man die Arbeit, die wir leisten auf mehr Schultern verteilen?

Und was sollten wir überhaupt leisten? Jugendarbeit, klar, aber gibt es Punkte, die wir besser den (bezahlten) Profis überlassen sollten?

Darüber wollen wir diskutieren – mit allen, die schonmal (fast) viel zu viel Ehrenamt gemacht haben und nach neuen Ansätzen suchen; kein Vorwissen nötig.

 

07.03. Sollte ich was sagen? Zivilcourage im Alltag

Viele von euch kennen es sicher: ihr steht in der Bahn, lauft abends nach Hause oder seid sogar auf einem Lager und plötzlich werdet ihr Zeug*in von diskriminierenden Aussagen oder sogar Anfeindungen.

In diesem von der Initiative Stammtischkämpfer*innen durchgeführten Seminar werden wir uns gemeinsam anschauen, welche Handlungsmöglichkeiten wir haben, um klar Position zu beziehen und solchen Aussagen etwas entgegenzusetzen. Diese können natürlich leider überall vorkommen, weswegen wir auch Situationen auf unseren eigenen Aktionen und wie wir damit umgehen können besprechen möchten. So können wir alle die Welt ein bisschen besser hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Achtung – hier sind die Plätze sehr begrenzt.

 

21.03. Rechtsextremismus in der Jugendarbeit – Ursachen, Formen, Handlungsmöglichkeiten

“Schön, dass es die Hitlerjugend noch gibt!”

“Aber ihr tragt doch Uniformen, ist das nicht alles ein wenig militaristisch?”

Solche oder ähnliche Sätze werden wohl viele Menschen aus der Jugendbewegung gehört haben, gerade wenn sie mit ihrer Tracht/Kluft in der Öffentlichkeit unterwegs sind. Aber warum existiert dieses Bild in der öffentlichen Wahrnehmung, schließlich sind wir doch alle aufgeschlossen und nicht “rechts”?

In diesem Seminar werden wir das Phänomen der rechten Jugendbünde unter die Lupe nehmen; wo diese ihren Ursprung haben, wie sie auftreten und wie sie zu erkennen sind. Nicht zuletzt werden wir auch diskutieren, wie wir uns diesen gegenüber positionieren können. Denn schließlich wäre es viel schöner, wenn Menschen beim Anblick unserer Kluften an die von uns vertretenen Werte denken.

 

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