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Raus!

Zwischen unterwegs und zu Hause

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„Zu Hause“ – woran denkst du dabei? Einige denken zuerst an einen Ort: Das gemütliche Wohnzimmer im Haus der Eltern, das Sofa in der WG-Küche, das eigene Bett, der Klappstuhl auf dem Balkon.

Für viele ist Zuhause vor allem ein Gefühl: Vertraut sein, Menschen gut kennen und von ihnen gekannt werden, Sicherheit, eine Aufgabe haben, die Gewissheit, dass man hier genauso sein kann wie man sich fühlt.

Brichst du auf von Zuhause, verlässt du diese Vertrautheit und Sicherheit. Es macht natürlich einen Unterschied, ob du nur mal eben für drei Wochen mit deiner Sippe oder Runde auf Großfahrt bist oder ob du länger weit weg gehst, vielleicht sogar vollständig umziehst. Wer nur kurz weg ist, kann sich ziemlich sicher sein, wieder zurück zu kommen und alles ohne größere Veränderung wiederzufinden. Wer länger weg ist, muss sich darauf einstellen, dass das Zuhause und die Menschen dort nicht mehr so sind wie vorher. Wer an einen neuen Ort kommt und bleiben will oder muss, steht vor der Aufgabe sich auf kurz oder lang ein neues Zuhause aufzubauen. Das kann alles ziemlich anstrengend sein. Aber wer schonmal ein Zuhause aufgegeben und ein neues gefunden hat, weiß besonders gut zu schätzen, was es braucht um glücklich zu sein und sich wohlzufühlen.

In der 20. Ausgabe der pfade haben dich Corni, Wiebke und Elsi schon mit in ihre Welt genommen. Hier berichtet unser Bundesvorsitzender Gutschl, wo er sich zu Hause fühlt.

Guschtl ist in Welzheim, Baden-Würtemmberg, aufgewachsen und wohnt jetzt grade in Ehningen, in der Nähe von Stuttgart.

Guschtl (33), Bundesvorstand

Stamm Nibelgau, LV Baden-Württemberg

 

Wo sitzt du grade? 
Ich sitze gerade auf der Terrasse und genieße den langen Sommer-Abend nach der Vorstands-Telefonkonferenz. Hier in Ehningen bin ich zu Hause.

Wie viel bist du unterwegs, seit du im Bundesvorstand bist? 
Die regelmäßigen Sitzungen und Gremien machen ca. 15 Wochenenden im Jahr aus, dazu kommen dann noch Vorbereitungstreffen für Aktionen, Besuche bei Veranstaltungen, Treffen von Arbeitsgruppen und natürlich auch Großveranstaltungen wie Bundeslager oder die Welt- und Europakonferenzen. Dadurch dass die Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet bzw. bei den Veranstaltungen von WAGGGS und WOSM im Ausland stattfinden, lernt man dabei nicht nur viele Orte, Bahnhöfe und Autobahnen, sondern auch die ganze Vielfalt des Bundes und viele tolle Menschen kennen.

Wärst du manchmal gerne mehr zu Hause? 
Grundsätzlich bin ich sehr gerne unterwegs – wenn nicht mit den Pfadis, dann auch gerne mit dem Rad oder in den Bergen, auf Reisen oder bei Freunden. Dennoch wäre etwas mehr Zeit zu Hause manchmal sicherlich entspannter.

Denkst du anders über Zuhause-sein nach, seitdem du so viel unterwegs bist? 
Auf jeden Fall hat die Zeit, die ich zu Hause bin, einen anderen Stellenwert bekommen – wie immer ist das, was knapp ist, besonders wertvoll. Die Frage ist aber auch, wo ist man Zuhause, wenn man viel unterwegs ist? Ist der Stammplatz im ICE (Wagen 3 Platz 32), das gewohnte Bett in Immenhausen (Haus 1 hinten rechts) nicht irgendwann auch ein bisschen „Zuhause“?

Kann der BdP auch ein Stück Zuhause sein? 
Ja, ich habe schon darüber nachgedacht, Immenhausen als Zweitwohnsitz eintragen zu lassen, weil ich gefühlt mehr Wochenenden dort als Zuhause verbringe…
Im Ernst: zu Hause sein – das Gefühl ist für mich nicht nur an einen Ort gebunden. Zuhause ist dort, wo ich mich wohlfühle, wo ich unter Freunden bin, wo ich mich „aufgehoben“ und integriert fühle, wo ich das Gefühl habe „da gehöre ich hin“. Wenn man Zuhause so betrachtet, dann ist der BdP definitiv mein Zuhause.

 

Das Interview führt: Andrea Ries (Fuchs), AK Politische Bildung, Stamm Ritter vom Loe zum Loe, Marl (LV NRW)

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