BdP-Bundeslager 2017 in Großzerlang. Foto: Oliver Wunder
Traditionell und digital

Jagdassistenzbehörde: Sind Arbeitskreise #instagrammable?

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JAB: „Hallo, wir sind die JagdAssistenzBehörde (JAB), der Stufenarbeitskreis für die Wölflingsstufe aus dem LV Hessen, und wir sind auf Instagram.“
Gruppe: „Hallo JAB!“
Allgemeines Köpfegeschüttel im Stuhlkreis der Selbsthilfegruppe, ein leises Raunen geht durch die Reihen – doch ist das wirklich etwas, worüber wir uns Sorgen machen müssen?

Digitalisierung ist ein Thema, das uns alle betrifft. Kaum jemand hat kein Smartphone oder teilt nicht über irgendein soziales Netzwerk seine aktuelle Stimmung, einen spontanen Partysnap oder Fotos von gut überlegten Posen an ausgewählten Orten, durch die wir andere an unserem Leben teilhaben lassen. Und das soll jetzt auf einmal ein gutes Setting für Pfadfinderarbeit sein?

In unserem Landesverband war die Antwort auf diese Frage bislang ein klares „Nein!“. Zumindest auf Landesebene haben wir mit der Idee, einen Instagram-Kanal zu starten, eher Belustigung als Begeisterung ausgelöst. Außerdem sind wir mit dem LV und einzelnen Arbeitskreisen schon seit Jahren auf Facebook präsent – reicht ja, könnte man meinen –, aber als bei unserem Adventskalender 2017 eine einzige Person alle vier Verlosungen der JAB restlos gewonnen hat (props an Schwimmo an der Stelle), weil einfach kaum jemand anders teilgenommen hat, haben wir das Ganze mal überdacht.

Wir müssen mit der Zeit gehen! Facebook ist offensichtlich out und ich wette die Hälfte unserer Halbjahresrundmails landen bei manchen sogar im Spam-Ordner. Warum also nicht in neue Gefilde wagen?

Die Idee Instagram war am Anfang trotzdem so albern, dass wir sie gar nicht in Erwägung gezogen haben, wir haben das Top sogar um ein ganzes halbes Jahr vertagt. Instagram, das passt nicht zu uns. Wir haben schon so viel Technik beim Pfadfinden, wollen wir jetzt wirklich noch mit Smartphone über den Lagerplatz laufen und Insta-Stories aufnehmen?

Hm, klingt irgendwie komisch, denn für uns spielt der kritische Umgang mit digitalen und sozialen Medien eigentlich eine wichtige Rolle. Grundsätzlich wollen wir uns unsere pfadfinderischen Werte und die gelebte Pfadfinderkultur gerne beibehalten. In einer Singerunde, einem Geländespiel oder einer Versprechensfeier geht es einfach nicht um Likes oder Reichweite.

Für unser Instagram-Abenteuer mussten also Regeln her! Wen wollen wir mit Instagram eigentlich erreichen? Wann und was wollen wir überhaupt posten? Was sollen unsere Follower davon haben? Vor allem wollten wir uns aber weiterentwickeln: Wir wollten Kontakt zu euch, unserer Zielgruppe, uns mehr auf Augenhöhe bewegen, „denen da aus der JAB“ Namen und Gesichter geben, greifbarer werden und kein elitärer Verein sein, der ab und an mal Aktionen schmeißt.

Also haben wir uns ein Konzept entwickelt und schließlich beschlossen, dem ganzen eine Chance zu geben. Hallo Welt! @jab_hessen ist jetzt online! Und Leute außer Schwimmo kriegen es mit!

Über Instagram können wir uns jetzt nicht nur mit unseren Meutenführungen kurz schließen, berichten was die JAB so treibt oder Werbung für Aktionen machen – wir sind mit zahlreichen Stämmen, Landesverbänden und Bünden vernetzt und bleiben so selbst immer auf dem neusten Stand. Die Resonanz auf unseren Account war fast durchweg positiv und auch bei den größten Zweiflerinnen und Zweiflern in unserem Arbeitskreis hat sich das Blatt inzwischen gewendet – wir sind also auf einem guten Weg, unsere selbst gesetzte Probezeit zu überstehen.

Trotzdem bleibt ein kritischer Umgang mit digitalen und sozialen Medien in der Pfadfinderarbeit sehr wichtig und ein stetiges Reflektieren und Hinterfragen unabdingbar. Auch in Zukunft werden wir das Handy noch bewusst ausschalten, die Digitalisierung ausschließen und dafür die Pfadfinderkultur zulassen, die wir so schätzen und lieben – und können das allen Influencern da draußen nur weiterempfehlen!

Pia Schirrmeister
Stamm der Vaganten, Schwalbach
LV Hessen

 

Titelfoto: Oliver Wunder

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